Im Odenwald führt Bernhard Röck die Tradition des Elfenbeinschnitzens fort.

Kunstwerke aus Mammutelfenbein - dhz.net

"Handwerk aus der Eiszeit | Kunstwerke aus Mammutelfenbein

Wenn der Bernhard Röck arbeitet, fliegen Späne. 
Für die Arbeit ist ein hohes Maß an Konzentration 
und Geschick nötig. - © Thomas J. Rittelmann
Seit tausenden Jahren fertigen Menschen Schmuck und Musikinstrumente aus Elfenbein. Im Odenwald führt Bernhard Röck die Tradition des Elfenbeinschnitzens fort.

Von Daniel Krause

Wenn der Bernhard Röck arbeitet, fliegen Späne. Für die Arbeit ist ein hohes Maß an Konzentration und Geschick nötig. - © Thomas J. Rittelmann
Bernhard Röck sitzt in seiner Werkstatt im Odenwald. In der einen Hand hält er ein Stück fossiles Elfenbein, in der anderen eine Handfräse. Die Konturen des Werkstücks lassen das Endprodukt schon erahnen. Ein Mammut. "Wie es damals wahrscheinlich tatsächlich aussah, als es vor 40.000 Jahren aus einem Mammut-Stoßzahn geschnitzt wurde." Mit einer stark abfallenden Rückenlinie und kleinen Ohren. Große Ohren wären wohl zu anfällig für die Kälte gewesen. Das abgefräste Elfenbein wirbelt durch die Luft und rieselt auf die Werkbänke und Regale nieder. Veredelt wird das fertige Stück mit Schabern und Schleifpapier, um die feinen Konturen heraus zuarbeiten.

Röck ist einer von wenigen Elfenbeinschnitzern in Deutschland. Vor 40 Jahren gab es im Odenwald noch zahlreiche Fachgeschäfte für Elfenbein und Produktionsstätten. Hier kam auch Röck, der diplomierte Industriedesigner, in der Knopffabrik seines Schwiegervaters in Kontakt mit dem Werkstoff. Kurz darauf gründete er eine eigene Werkstatt. Der Geschäftsführer der Drechsler- u. Elfenbeinschnitzer-Innung Erbach Odenwaldkreis wurde aufgrund seines Studiums und der langjährigen Erfahrung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-­Main eingetragen.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Erbach zu einem Zentrum für Elfenbeinschnitzerei in Europa. Auf Initiative des Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach kam das Material in seine Residenzstadt, die bald den Namen "Elfenbeinstadt" trug.

Die Rettung der Elfenbeinschnitzerei

© Thomas J. Rittelmann
In den 1980er-Jahren waren weltweit die Elefantenbestände um die Hälfte zurückgegangen. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen verbot 1889 den Handel mit Elfenbein, um die Elefanten zu schützen. Das stellte einen großen Einschnitt für das Handwerk der Elfenbeinschnitzer dar. Es musste Ersatz gefunden werden, andernfalls wäre das Handwerk am Ende gewesen. Heute arbeiten die verbliebenen Elfenbeinschnitzer mit fossilem Elfenbein, Mammutelfenbein. Der Bestand ist noch lange nicht erschöpft.

Den Werkstoff bezieht Röck aus Russland oder tauscht größere Stücke gegen Restbestände, die bei Arbeiten von Kollegen anfallen. Im Jahr 1991 gehörte er selbst einer Expedition in den Nordosten Sibiriens an. Ein Kamerateam begleitete die Abenteurer und hielt die Reise im Film "Die Mammut-Story" fest." ...mehr dazu ► http://nyc.de/2DBnDaM


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